Außergewöhnliche Stadtgeschichten

Geschichten, wie sie nur hier möglich sind

Fürst Pückler bietet mit seinem spektakulären Lebensentwurf den Rahmen: Er galoppierte auf weißen Hirschen durch Berlin, füllte eine Kutsche mit Papageien, unternahm waghalsige Ballonfahrten, baute Pyramiden in den Sand, machte das Pückler-Eis berühmt und brachte orientalische Schönheit und Kultur mit nach Hause. Hier werden diese und neue Geschichten erzählt und zum wahren Spiegelbild der lebenswerten und verrückten Pücklerstadt.

Endloser Genuss für die ganze Welt
Foto: Thomas Richert

Endloser Genuss für die ganze Welt

Wie Petra und Carsten Hajek aus einer notwendigen Studienarbeit eine Genussmanufaktur entwickelten, die heute Baumkuchen aus der Pücklerstadt in alle Welt liefert. Das hätte dem Genussmenschen Pückler gefallen: ein endloses Gebäck in Ringform, mit bester Schokolade überzogen, das zudem eine Hommage an einen Baum, an die Natur ist. Baumkuchen gab es schon zu Pücklers Zeiten – in der Pücklerstadt entwickelte er sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu einer gefragten Konditoreispezialität. 14 Fabriken und Manufakturen stellten das Schichtgebäck in einem auch heute noch sehr aufwändigen Verfahren her. Der Konditor Max Lauterbach kam 1899 extra wegen des berühmten Baumkuchens in die…
Vom Turnierkind zum Ehrenamtsprofi
Foto: Turnier der Meister

Vom Turnierkind zum Ehrenamtsprofi

Wie Mirko Wohlfahrt als neunjähriger Steppke das erste Mal am Turnier der Meister® teilnimmt, nie auf dem Treppchen steht – und die Pücklerstadt dennoch nach Olympia führt. Dass seine Stadt einst zum Gradmesser für Olympiateilnehmer wird, hätte Fürst Pückler sicher gefallen. Zu seiner Zeit gab es zwar weder eine Olympiade, noch waren Ertüchtigungen wie der Turnsport unter seinesgleichen sonderlich angesehen, doch der neugierige Pückler hat sich schon damals bei Turnen und Gymnastik ausprobiert und mit seiner Begeisterung für die Unternehmungen der Engländer das Wort Sport in den deutschen Sprachgebrauch eingeführt. Eigentlich beschrieb er den Sportsmen als Gentleman, der Vergnügungen vielerlei…
Streuselkuchen bei „Mutti“ und „Opa“
Foto: codiarts

Streuselkuchen bei „Mutti“ und „Opa“

Wie Ashfaq Ahmed Gumaan seine Heimat Pakistan verließ, in der Pücklerstadt sein Glück suchte und hier zur zweiten Familie mit „neuen“ deutschen Großeltern kam. Sie klingt fast wie ein Märchen aus 1001 Nacht, unsere Geschichte von Ashfaq Ahmed Gumaan. Ein junger Mann, der wie Pücklers Muse Machbuba aus der orientalischen Fremde in die Pücklerstadt kam und hier sein Glück fand. Mit 17 Jahren zog er nach Abschluss der Schule in die Welt hinaus, um sich ein eigenes Leben aufzubauen. Dabei hätte er es daheim einfach gehabt, die Familie ist vermögend und im Besitz von Ländereien. Wie einst der deutsche Hans…
Im Galopp mit weißen Hirschen
Foto: codiarts

Im Galopp mit weißen Hirschen

Wie Fürst Pückler in Berlin mit einer Hirschkutsche für Aufsehen sorgte – und von einem Ausritt die Liebe seines Lebens heimbrachte, die in der Pücklerstadt ihr Zuhause fand. Nach seiner Rückkehr aus England im April 1815 hält sich Pückler öfters in der preußischen Hauptstadt auf. Durch auffällige Kleidung, tollkühne Reiterkunststücke und allerlei Einfälle macht er von sich reden. So fährt er nach zeitgenössischen Berichten u. a. mit einer Kutsche, gezogen von gezähmten Hirschen, man spricht sogar von weißen Tieren, durch Berlin. Waren es vielleicht nicht doch bloß Rentiere, denn es ist bekannt, dass sich Hirsche nicht als Gespanntiere eignen? Aber…
Bergbau mit Seensucht
Foto: codiarts

Bergbau mit Seensucht

Wie eine Kohlegrube zur größten Landschaftsbaustelle des Landes und zum Hoffnungsträger einer Stadt wird – und voller maritimer Seensucht schließlich das Meer in sich trägt. Was aktuell vor den Toren der Pücklerstadt passiert, könnte man wirklich als ein positiv verrücktes Vorhaben bezeichnen. Hier entsteht derzeit der größte von Menschenhand geschaffene See Deutschlands. Bergbau und Bergleute, das verbindet man gemeinhin mit einer schmutzigen Arbeit im Stollen oder Tagebau. Die wenigsten wissen, dass ausgerechnet der langfristig geplante Braunkohlebergbau in einem geschlossenen Prozess beständig neue Landschaften kultiviert. Parallel zum Verzehr von Landschaft entsteht zumindest im gleichen Umfang immer neues Land, ob als Weinberg,…
Ein Bestseller, den selbst Goethe lobte
Foto: codiarts

Ein Bestseller, den selbst Goethe lobte

Wie Fürst Pückler ein Buch in vier Bänden schrieb, das als Geschenk der Queen an Bundespräsidenten Gauck schließlich in einer besonderen Version zurück in die Pücklerstadt fand. In den Jahren 1826 bis 1829 unternahm Fürst Hermann von Pückler-Muskau (1785−1871) seine zweite Englandreise. Der Zweck seiner Reise war eigentlich die Suche nach einer reichen „Surrogatfrau“, deren möglichst große Mitgift die Standesherrschaft Muskau retten sollte, die durch die Schulden des Callenberger Großvaters stark belastet war. Dieses „Geschäft“ betrieb Pückler nur sehr halbherzig, so dass die Brautschau trotz aller unbequemen Unternehmungen und Anstrengungen erfolglos blieb. Doch die Englandreise brachte ganz andere Früchte. Im…
Das unbekannte Erbe eines Sportsmen
Foto: Marcel Schulz

Das unbekannte Erbe eines Sportsmen

Wie Fürst Pückler das Wort „Sport“ in den deutschen Sprachgebrauch einführte, sich selbst als Sports- und Gentleman seiner Zeit verstand und es ihn darüber in den Orient verschlug. Fürst Pückler legte stets großen Wert auf körperliche Regsamkeit, deren positive Wirkung für Körper und Seele er schätzte. Er erklomm hohe Berge, wanderte gern in der Natur, war ein guter Fechter, Tänzer, und Schütze – und ein ebenso versierter Reiter. Im Gegensatz zu manch anderen verschloss sich Pückler nicht den gesundheitsfördernden Werten des Turnens. Er selbst besuchte im Dezember 1828 die gymnastische Akademie. Den Nutzen der körperlichen Betätigung beschrieb Pückler so: „Es…
Von einer, die mit Pückler Brücken baut
Foto: codiarts

Von einer, die mit Pückler Brücken baut

Wie Jolanta Imbierska im kleinen polnischen Örtchen Drzonkow ein Restaurant eröffnete, der Liebe wegen in die Pücklerstadt kam und schließlich mit Pückler das Tor zum Nachbarn öffnete. Beinahe wäre Jolanta Imbierska der Pücklerstadt an die Gastronomie verloren gegangen – und damit auch ihre Begeisterung für Pücklers Universum in Branitz, mit der sie bis heute unzählige Nachbarn zu Gästen und Freunden der Stadt macht. Lebensfroh und kommunikativ war die Polin schon immer. Früh entstand ihr Entschluss, selbst das Leben zu gestalten. Mit gerade einmal 21 Jahren machte sie sich mit einem Restaurant selbständig. Das lag im verschlafenen Örtchen Drzonkow, kurz vor…
Der Eismacher aus dem Orient
Foto: codiarts

Der Eismacher aus dem Orient

Wie ein Iraner zum Studium nach Cottbus kam, zwischen Salsa und Fitness ein soziales Umfeld fand und nun die Eismacher-Tradition seiner Familie in der Pücklerstadt fortschreibt. Moein Pakdel Sefidi kam 2012 des Studiums wegen aus dem Iran in die Pücklerstadt. Die Nähe zu Berlin und ein besonderes Studienangebot zum Master komplett in Englisch waren Argumente für eine Stadt, von der er sonst nichts wusste und deren Sprache er nicht kannte. Heute hat er hier seine Liebe, ein soziales Umfeld und vor allem eine wirtschaftliche Perspektive gefunden. Mit seinem jungen Unternehmen möchte er die iranische Eismacher-Tradition seiner Familie in der Pücklerstadt…
Eine Ananaszucht in Cottbus?
Foto: Foto Goethe

Eine Ananaszucht in Cottbus?

Wie Fürst Pückler die Königin der Früchte kultivierte und mit der seinerzeit wertvollen und seltenen Frucht so manche von ihm angebetete Dame beeinruckte. Eine Ananaszucht in Bad Muskau oder am sandigen Cottbuser Stadtrand? Geht denn das? Es geht und es ist keine fabulierte Münchhausen-Geschichte, sondern ganz passend zum Hausherrn beider Parkareale, dem schillernden Fürsten Hermann Pückler-Muskau, eine belegte Historie, ganz fürstlich und wahrhaft königlich.Der reiselustige Gourmet und Parkgestalter, Dandy und Namensgeber eines Eises, Fürst Hermann von Pückler-Muskau, war ein Liebhaber der Ananas. Die Königin der Früchte kam bei ihm nicht nur als Dessert, Bowle oder Eis auf den Tisch. Er…
Pücklers neue Muse
Foto: codiarts

Pücklers neue Muse

Wie Juliane Züge ihr Glück weit weg von der Pücklerstadt suchte, letztlich doch keinen schöneren Ort fand – und schließlich zu Pücklers neuer Botschafterin gewählt wurde. Dass sie sich ausgerechnet am ruhigen Cottbuser Stadtrand einmal beruflich zu Hause fühlen würde, hätte Juliane Züge vor einigen Jahren selbst wohl zuallerletzt für möglich gehalten. Seit Jahresbeginn 2019 ist sie als Leiterin Marketing und Öffentlichkeitsarbeit in Pücklers Park und Schloss Branitz die offizielle Botschafterin des fürstlichen Erbes. Dabei begann der Weg der gebürtigen Cottbuserin abseits von Glanz und Gloria. Schon früh lernte sie, auf eigenen Beinen zu stehen. Zwei ältere, an einer äußerst…
Von der Copacabana an die Spree
Foto: codiarts

Von der Copacabana an die Spree

Wie Jeff Felix da Silva für einen Deutschkurs aus Brasilien nach Cottbus kam, wo ihn ungeplantes Liebesglück zur Gastronomie brachte, die er in diesem Jahr mit gleich vier Lokalitäten prägt. Cariocas, so nennt man die Einheimischen in Rio de Janeiro, sind bis über beide Ohren in ihre Stadt verliebt. Sie werden in der Regel dort geboren, leben und sterben an der Copacabana. Da kann die Pücklerstadt noch so verrückt sein, gegen diese Heimatliebe ist keine Ananas gewachsen. Jeff Felix da Silva wäre dieser Tradition sicher gefolgt, zum Glück fehlte ihm zum Abschluss der Schulzeit aber der richtige Plan. So folgte…
Pücklerstadt in drei Akten
Foto: Steffen Schwenk

Pücklerstadt in drei Akten

Wie René Serge Mund erst familiär in Deutschland und dann gleich drei Mal beruflich in der Leitung des Staatstheaters der Pücklerstadt „adoptiert“ wurde. Der kreative Treibstoff für René Serge Mund sind 15 bis 20 Espresso am Tag. Im Spätsommer 2018 kam er das dritte Mal des Staatstheaters wegen in die Pücklerstadt. Inmitten einer Krise, die das Haus in einem halben Jahr die gesamte Führungsebene kostete, soll er das Schiff aus den Stürmen in ruhiges Fahrwasser führen. Man muss schon etwas verrückt sein, den Ruhestand gegen diesen kulturellen Wellengang einzutauschen. Mit ihm kam auch „sein“ Brecht ein drittes Mal nach Cottbus.…
Eine Ballonfahrt mit Bruchlandung
Foto: Steffen Schwenk

Eine Ballonfahrt mit Bruchlandung

Wie Fürst Pückler zu den ersten Ballonfahrern seiner Zeit zählte und schließlich Mantel, gebratenen Fasan und Champagner über Bord werfen musste. Ballonfahrten waren zu Pücklers Zeiten noch ein echtes Abenteuer, und der Fürst liebte spektakuläre Unternehmungen. Zusammen mit dem Luftschiffer Reichard, der sich bereits zum 7. Male in die Luft begibt, startet Pückler im Oktober 1816 auf dem Berliner Gendarmenmarkt zu einer Ballonfahrt. Sehr zum Vergnügen der zahlreich versammelten Hauptstädter und der sensationslüsternen Gazetten, die gern über die Extravaganzen des Grafen berichteten. Die Ballonfahrt begann als Spektakel mit einer jubelnden Menschenmenge und einem Pückler, der das Bad in der Menge…

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